oder auf andere Art der Tod des Tieres erfolgen kann. Das neugeborene Kalb überstreut man mit Kleie und legt es vor die Kuh, die es nun sorgfältig ableckt und sein erstes Bad nach ihrer Weise übernimmt. Die erste unreine Milch der Kuh läßt man das Kalb nicht aussaugen, sondern melkt die Kuh bald nach der Geburt des Kalbes, und schüttet die Milch in das Getränk der Kuh. Frei läßt man nun das Kalb im Stalle umherlaufen, das bald den Weg zu seiner Mutter findet, man müßte denn bemerken, daß es an andern Kühen saugt, die solches indes nicht zu leiden pflegen und diese fremden Gäste von sich abzuwehren wissen. Geschieht es dennoch, so bindet man das Kalb, dicht neben den Stand seiner Mutter an einen Strick, die Muttermilch aber läßt man ihm ungekürzt, da es ein unzeitiger Geiz ist, die Kühe bei den Kälbern zu melken, indem er nur das Abmagern der Letzteren zur Folge hat, und den Metzger mindestens so viel weniger dafür bezahlen läßt, als man durch jene übel angebrachte Ersparnis gewonnen hat.
Auch ist es höchst nachteilig, selbst polizeiwidriger Wucher, der leider in manchen Gegenden nur allzu üblich ist, die Kälber so jung zu verkaufen, daß die Käufer fast nichts als Haut und Knochen daran finden, und das schwammige, unreife Fleisch nur mit Widerwillen genießen können. Nie dürfte ein Kalb unter dem Alter von 14 Tagen geschlachtet werden, wenn es feist und wohlschmeckend sein soll, und lieber wird ein ordentlicher Metzger 1 bis 2 Taler mehr dafür geben, als daß er einen Braten aushängt, der kein Gewicht hat und von den Käufern mit Ekel angesehen wird. Selbst der Vorteil, den unerfahrene Landwirtinnen bei solchem


Kälber züchten

Faksimile für die Anleitungen zum Kälber züchten im Abschnitt Rinderzucht