Von der Gänsemast


Um die Gänse in 3 bis 4 Wochen so fett zu machen, daß sie innerlich und äußerlich ganz mit Fett ausgefüllt sind, pflegt man sie mit sogenannten Gänsenudeln zu stopfen. Man macht zu dem Ende von schwarzem Mehl und Wasser oder auch von Gerstenschrot einen derben Teig, und formt daraus Würstchen von der Größe eines kleinen Fingers, macht sie an den Enden mehr rund als spitz, weil man sonst den Gänsen leicht damit den Schlund durchstoßen kann, und läßt sie auf einen nicht zu heißen Ofen oder bei dem Becker langsam trocknen.
Man setzt die zu mästende, wohl befiederte, nicht zu alte Gans nun in ihren Stand, (die beste Zeit der Mästung ist von Martini bis Weihnachten;) steckt ihr anfangs 5 bis 6 Mal des Tages jedesmal 3 von den benannten Nudeln in den Schnabel, die man zuvor in Wasser eintaucht, und wenn man sie dem Tiere eingesteckt hat, von außen behutsam in den Schlund hinunter schiebt; dies wiederholt man einige Tage, dann steigt man langsam bis zu 8 oder 10 Nudeln auf jede Fütterung, *) um gegen das Ende der Mahlzeit im Verhältnis wieder nachzulassen, läßt es dabei in dem Trog nie an frischem Trinkwasser fehlen, worein man ihnen stets einen weichen Sandstein legen muß, den sie zum Öfteren mit ihren Schnäbeln benagen und durch die eingeschluckten Sandkörner

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*) Nach dem Universalrezept zur Gänsemästung eines in diesem Geschäft berühmten Ökonomen, mischt man unter einige dieser Nudeln auf jede einzelne 1/3 Quentchen gepulvertes Antimonium (Spiesglas) und halb so viel Bolus, und gibt der Gans täglich 3 davon, und zwar morgens, mittags und abends jedesmal eine.


Gänsemast

Faksimile für die Anleitung über die Gänsemast im Abschnitt Geflügelmast