im Spätherbst, wenn die Äcker gepflügt sind, und bevor noch Schnee fällt, auf die Felder gelegt, und zwar so, daß er quer über die Furchen zu liegen kommt, In diesem Zustand läßt man ihn den ganzen Winter über liegen, damit er durch die Einwirkung des Schnees und durch das Tauwetter, welches gewöhnlich jeden Winter einige Male eintritt, geröstet wird. Das Rösten soll auf diese Weise sehr vollkommen, und ohne alle Entwicklung schädlicher Ausdünstungen geschehen; zugleich soll der Hanf und der Flachs bei dieser Methode eine anfangende Bleichung erleiden, die das Ausbleichen desselben später vollkommener und schneller möglich macht. Es ist zu bewundern, daß nicht schon längst mit dieser Methode Versuche angestellt worden sind, da sich gewiß schon Jedermann überzeugt haben wird, wie vollkommen die Stengel verschiedener Gewächse, die den Winter über Schnee und Regen ausgesetzt waren, im Frühling auf den Feldern geröstet angetroffen wurden.
Auskochen des Leinengarns, vorbleichen desselben durch Kohlen
Die gewöhnliche Art, das Garn vor dem Weben zu kochen, besteht darin: daß man ein fest gedrehtes Strohbündel in die Mitte des Kessels stellt, das Garn schichtweise um dasselbe herum legt, zwischen jede Schicht Garn, ein paar Hände voll durchgesiebte Asche streut, den Kessel mit kaltem Wasser so weit anfüllt, daß das Garn damit bedeckt wird, und es, eine halbe, auch wohl ganze Stunde in dieser Lauge kochen läßt; worauf man es heraus nimmt, in Flußwasser spült, und über Stangen gehängt, unter fleißigem Auszucken trocknet. Besser und einfacher fand ich jedoch die Methode: das Garn in Kränze geschlungen, und locker

Faksimile für die Anleitung zum Leinengarn auskochen und vorbleichen im Abschnitt Flachs, Garn und Leinwand